Poesie

Es braucht nicht viel zum Glück oder das Glück braucht nur wenig.

Man sitzt an einem Fluss mit dem Glück - wohlgemerkt, nicht an der Côte d’Azur oder dem karibischen Meer - sondern an einem Fluss, der durch flaches sandiges Waldland fließt. Ein ganzes Leben schon. Man ist auch nicht mit dem Auto gefahren, sondern gewandert, Hand in Hand und doch hat man dieses Fleckchen Erde noch nie so gesehen. Manchmal fand ich den Fluss öde, genauso wie das Land ringsherum. In manchen Zeiten färbte dieses Empfinden in mein Leben.

Und das Heim? Ob Wände rot, grün oder gold gestrichen sind, der Sessel frisch und neu, ist dem Glück schlichtweg egal. Das Glück leuchtet selbst die tristesten Wände schön. Es ist ein ganz eigenartiges Licht. Sonnig und hell, vielleicht auch warm ohne das es tatsächlich warm ist. In der Luft sprühen lustige Funken.

Das Glück fühlt sich leicht an, ist lieb und nett. Es könnte gar nicht anders als so zu sein. Plötzlich muss man nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen, die getriebenen Einsamen treffen oder einsame Getriebene tragen. Man mag es nicht mehr laut und schrill sagen: Alles nur Fassade. Als wenn man das nicht wüsste. Stattdessen wohlige Ruhe im Innern, wie dieser Fluss, dessen Wellen ruhig und gleichmäßig durch die Ebene ziehen. Leise? Leise ist das Glück nicht. Immerhin kann es laut lachen.

Das Glück berührt. Auch anderen, die ihm begegnen wird ein Lächeln entlockt. Wie lange kann Glück leuchten? Kann man daran arbeiten, sich anstrengen? Festhalten geht ja nicht. Kann man mit dem Glück spielen? Ist es wichtig für das Glück immer einen vollen Teller zu haben? Wie wenig reicht dem Glück, um glücklich zu bleiben? Optimismus, Freiheit und Leichtigkeit bedeuten für das erwachsene Kind Glück. Was ist Leben und wie soll man leben, fragt sich eine liebe Person. Beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine ist mit den vielen Fragen.

2017