Poesie

Unmöglich

Manchmal setzt die Unmöglichkeit sich auf einen deiner Stühle. Sie kommt plötzlich, nimmt dich feixend in den Arm und lässt dein Lachen verschwinden. Im starren Blick deiner Augen hält sie sich versteckt. Der Berührung nicht fähig sitzt du still mir gegenüber. Es ist, als hätte die Unmöglichkeit dich in ein fernes Wesen verwandelt. Meine Worte tanzen jetzt mühevoll um den Tisch. Sie erreichen dich wohl nicht.

Die Unmöglichkeit lässt mich unmöglich reagieren. Immerhin besteht die Gefahr, dass sie sich vor meine Sonne schieben könnte. Wie soll man dann noch existieren?

Hilflos stehst du an der Tür, als die Treppenstufen unter meinen hastigen Schritten knarrten. Hilflos sitze ich am Rand der Straße und suche in Dunkelheit den verlorenen Schuh.

Und heute hast du die Stühle nebeneinandergestellt. Eine freundliche Geste. Deine Hand berührt sanft mein Knie. Disziplinierte Worte aus deinem Mund. Ich schaue ihnen verwundert hinterher. Sie verschwinden in den prächtigen Blüten der Geranien oder doch im Rauch der Zigarette. Dein Lachen ist ganz echt, wie immer. Das Bemühen auch. Du bittest um Verzeihung. Wofür?

Heute ist nichts Unmöglich.

2018